Guillemin-Kupplung: DN-Größen und richtige Maßnahme
Eine Guillemin-Kupplung allein anhand der auf dem Produktdatenblatt angegebenen DN-Bezeichnung zu bestellen ist bei weitem die häufigste Fehlerquelle im professionellen Umfeld. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil die DN-Angabe kein physikalisches Maß ist — sie ist eine Kompatibilitätsbezeichnung zwischen Kupplungen der gleichen Familie und sagt für sich allein nichts über den tatsächlichen Durchmesser der Tülle aus, die dazu bestimmt ist, einen Schlauch aufzunehmen. Dieser Artikel liefert die vollständige Entsprechungstabelle, den konkreten Nachweis, dass DN40 allein sechs verschiedene Tüllendurchmesser bezeichnen kann, sowie eine eindeutige Messmethode, damit Sie nie wieder auf gut Glück bestellen.
🔧 DIE DN-ANGABE: EINE BEZEICHNUNG, KEIN MASS
Der Nenndurchmesser — abgekürzt DN — ist eine Serienkennung. Er garantiert, dass eine männliche Guillemin-Kupplung DN40 korrekt mit einer weiblichen Guillemin-Kupplung DN40 zusammengefügt wird, unabhängig von Marke oder Material. Das ist seine Aufgabe, und er erfüllt sie einwandfrei. Was die DN-Angabe jedoch nicht verrät, ist der tatsächliche Durchmesser der Tülle — d. h. des gerippten Stutzens, auf den der Schlauch aufgeschoben wird — der genauen Referenz, die Sie bestellt haben. Diese Unterscheidung ist grundlegend und wird viel zu oft ignoriert.
In der Praxis kann eine einzige DN-Angabe mehrere Referenzen umfassen, deren Tüllen unterschiedliche Außendurchmesser aufweisen — je nachdem, ob die Kupplung mit oder ohne Flansch ausgeführt ist, je nach Hersteller und je nach vorgesehenem Einsatzzweck (dünner Schlauch, armierter Schlauch, Industrieschlauch). Mit anderen Worten: Zwei Kupplungen mit exakt derselben DN-Bezeichnung können physisch unverträglich mit ein und demselben Schlauch sein. Genau dieser Punkt erklärt die Mehrzahl der Rücksendungen und Bestellfehler, die bei diesem Produkttyp beobachtet werden.
🔧 DER BEWEIS AM DN40: SECHS DURCHMESSER FÜR EINE EINZIGE KENNUNG
Das DN40 ist das aufschlussreichste — und riskanteste — Beispiel. Laut dem Herstellerkatalog von Pathel Industrie kann eine Guillemin-Kupplung DN40 eine Tülle von 25 mm, 30 mm, 35 mm, 38 mm, 40 mm oder 45 mm aufweisen, je nach genauer Referenz. Sechs verschiedene Durchmesser für ein und dieselbe DN-Angabe: Das ist die DN-Größe mit den meisten Varianten in der gesamten Guillemin-Reihe und damit das höchste Bestellrisiko. Ein Unterschied von wenigen Millimetern zwischen der Tülle und dem Innendurchmesser des Schlauchs reicht aus, um das Aufstecken unmöglich zu machen oder umgekehrt zu locker für eine dichte Verbindung zu sein.
Dies ist kein Einzelfall. Auch andere DN-Größen haben mehrere Varianten: DN25 gibt es mit einer Tülle von 25 oder 30 mm, DN32 mit 32 oder 35 mm, DN80 mit 76, 81 oder 90 mm je nach Vorhandensein eines Flansches. Die nachstehende Tabelle fasst alle bekannten Entsprechungen zusammen, wie sie im Herstellerkatalog aufgeführt sind. Sie ist als Orientierungshilfe zu verstehen, nicht als absolute Wahrheit: Maßgeblich ist ausschließlich das Datenblatt der genauen bestellten Referenz.
🔧 ENTSPRECHUNGSTABELLE DN / TÜLLENDURCHMESSER
Die folgende Tabelle listet die beobachteten Tüllendurchmesser für jede DN-Größe der Guillemin-Reihe gemäß dem Pathel Industrie-Katalog auf. DN-Größen mit mehreren Varianten sind gekennzeichnet: Bei ihnen ist vor jeder Bestellung besondere Sorgfalt geboten.
| DN | Beobachtete Tüllendurchmesser | Hinweis |
|---|---|---|
| DN25 | 25 mm oder 30 mm | 2 Varianten — Referenz prüfen |
| DN32 | 32 mm oder 35 mm | 2 Varianten — Referenz prüfen |
| DN40 | 25, 30, 35, 38, 40 oder 45 mm | ⚠️ 6 Varianten — riskanteste DN-Größe |
| DN50 | 50 mm (ohne Flansch) oder 55 mm (mit Flansch) | 2 Varianten je nach Flansch |
| DN65 | 64 mm (ohne Flansch) oder 70 mm (mit Flansch) | 2 Varianten je nach Flansch |
| DN80 | 76 mm oder 81 mm (ohne Flansch) oder 90 mm (mit Flansch) | 3 Varianten — Achtung |
| DN100 | 100, 102 oder 105 mm (ohne Flansch) oder 110 mm (mit Flansch) | 4 Varianten — Achtung |
| DN125 | 125 mm | Nur 1 bekannte Variante |
| DN150 | 152 mm | Nur 1 bekannte Variante |
| DN200 | 200 mm | Nur 1 bekannte Variante |
Die Lektüre dieser Tabelle lässt eine unmittelbare Beobachtung zu: Die höheren DN-Größen (DN125 und darüber) weisen nur einen einzigen bekannten Tüllenwert auf, während der Bereich DN25 bis DN100 den Großteil der Varianten und damit das Hauptrisiko konzentriert — ohne dass dies einer regelmäßigen Abnahme entspricht: DN40 hat mit sechs Varianten das Maximum, und DN80 sowie DN100 weisen noch drei bis vier auf. In diesem mittleren Bereich ist die Überprüfung des genauen Tüllendurchmessers der bestellten Referenz absolut unerlässlich.
🔧 TÜLLE ODER GEWINDE: ZWEI VÖLLIG UNTERSCHIEDLICHE MESSLOGIKEN
Bevor wir auf die Messmethode eingehen, ist es wichtig, die beiden Anschlussarten zu unterscheiden, die eine Guillemin-Kupplung auf der Verbindungsseite aufweisen kann — denn die Vorgehensweise bei der Überprüfung ist je nach Fall unterschiedlich.
Die Tülle ist der gerippte Stutzen, auf den der Schlauch aufgeschoben wird, der in der Regel durch eine Schlauchschelle oder eine gecrimpta Manschette gehalten wird. Maßgeblich für die Kompatibilität ist die Übereinstimmung zwischen dem Innendurchmesser des Schlauchs und dem Außendurchmesser der Tülle. Der Schlauch muss sich mit straffem, aber möglichem Sitz auf die Tülle aufstecken lassen — weder zu locker (Leckagegefahr) noch unmöglich aufzuschieben. Dieser Außendurchmesser der Tülle variiert je nach Referenz und lässt sich anhand der DN-Angabe allein nicht zuverlässig bestimmen.
Wenn die Guillemin-Kupplung für den Anschluss an eine feste Rohrleitung, ein Ventil oder einen Stutzen eines IBC-Tanks bestimmt ist, ist der Abschluss ein Gewinde. In diesem Fall stellt sich die Frage nach dem Tüllendurchmesser nicht mehr: Entscheidend ist die Gewindeübereinstimmung zwischen der Kupplung und dem anzuschließenden Gerät gemäß der Norm EN ISO 228-1. Das vorhandene Gewinde am Gerät muss identifiziert werden — nicht vom DN auf der Guillemin-Seite ausgegangen werden — und es muss sichergestellt werden, dass die bestellte Kupplung das entsprechende Gewinde aufweist.
Diese Unterscheidung ist entscheidend, weil sie die gesamte Vorgehensweise vor der Bestellung bestimmt. Ein Fachmann, der die beiden Logiken verwechselt — z. B. versucht, die Guillemin-DN-Angabe mit einem vorhandenen BSP-Gewinde in Einklang zu bringen — setzt sich einem Auswahlirrtum aus, den weder die Entsprechungstabelle noch das Produktdatenblatt im Nachhinein korrigieren können. Die erste Frage, die man sich immer stellen muss, lautet daher: Welchen Anschlusstyp benötige ich auf der Verbindungsseite?
🔧 MESSMETHODE SCHRITT FÜR SCHRITT: DAS EINDEUTIGE VERFAHREN
Sobald der Anschlusstyp identifiziert ist, kann gemessen werden. Das nachfolgende Verfahren gilt für beide Fälle und deckt auch den Fall des Austauschs einer vorhandenen Kupplung ab. Es basiert auf einem einfachen Prinzip: Zuerst das Reale messen, dann den Katalog konsultieren — und nicht umgekehrt.
Dieses Verfahren mag für einen Routinekauf aufwendig erscheinen, ist aber unerlässlich, sobald man mit DN-Größen mit mehreren Varianten arbeitet — insbesondere mit DN40, das allein sechs verschiedene Tüllendurchmesser aufweist. Bei den bei Multitanks erhältlichen Kupplungen gibt jedes Produktdatenblatt den Tüllendurchmesser der betreffenden Referenz an: Dieser Wert muss mit der am tatsächlichen Schlauch vorgenommenen Messung verglichen werden.
🔧 Expertenrat von Multitanks
Bei Unsicherheit zwischen zwei nahe beieinander liegenden Tüllendurchmessern für dieselbe DN-Größe — z. B. 38 mm und 40 mm bei einem DN40 — ist es besser, zweimal mit einer Schieblehre zu messen, als auf gut Glück zu bestellen. Ein Unterschied von wenigen Millimetern reicht aus, um eine Kupplung für einen bestimmten Schlauch unbrauchbar zu machen: zu groß, und der Schlauch hält nicht; zu klein, und er lässt sich nicht aufstecken. Die genaue Messung vor der Bestellung ist die einzige zuverlässige Methode, um eine Rücksendung und zusätzliche Verzögerungen auf der Baustelle zu vermeiden. Wenn Sie eine vorhandene Kupplung ersetzen müssen, bringen Sie sie mit oder messen Sie sie direkt: Das ist die zuverlässigste Referenz überhaupt.
🔧 ZUSAMMENFASSUNG: DER PROFESSIONELLE REFLEX VOR JEDER BESTELLUNG
Die DN-Angabe einer Guillemin-Kupplung ist eine Kompatibilitätsbezeichnung zwischen Kupplungen der gleichen Familie — sie ist nicht und war nie ein universelles physikalisches Maß für den Tüllendurchmesser. Diese Nuance, die bei schnellen Bestellungen oft übersehen wird, ist dennoch der Schlüssel zur Vermeidung des häufigsten Fehlers bei diesem Produkttyp. Die in diesem Artikel bereitgestellte Entsprechungstabelle ist ein Orientierungswerkzeug, kein Ersatz für die Überprüfung des Produktdatenblatts der genauen bestellten Referenz.
Der zuverlässigste professionelle Reflex bleibt stets derselbe: Schlauch oder Gerät vor der Bestellung messen, den erforderlichen Anschlusstyp (Tülle oder Gewinde) identifizieren, dann überprüfen, ob der genaue Tüllendurchmesser der gewählten Referenz mit dem gemessenen Wert übereinstimmt. Bei DN-Größen mit mehreren Varianten — insbesondere DN25, DN32, DN40, DN80, DN100 — ist diese Überprüfung keine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme: Sie ist ein unverzichtbarer Schritt bei der Auswahl.
Für eine weitergehende Auswahl Ihrer Kupplungen bietet Multitanks auch eine Reihe von Kupplungen und Verbindungszubehör für industrielle und landwirtschaftliche Anwendungen sowie Kupplungen und Ventile für IBC-Tanks für Schüttgutlageranlagen an.
Interaktiver Messleitfaden
Wählen Sie Ihren Anschlusstyp aus, um die passende Messmethode und die zu überprüfenden Tüllendurchmesser anzuzeigen.
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