Kohlenwasserstoff-Kältemittel (HC): R290, R600a und 12a

Ein Kohlenwasserstoff-Gas (HC) ist eine Verbindung nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff — Propan, Butan, Isobutan — die als natürliches Kältemittel dient. Nicht fluoriert, ohne Wirkung auf die Ozonschicht und mit nahezu keinem Treibhauspotenzial (GWP ≈ 3 gegenüber 1.430 bei R134a) ersetzt es heute CFC, HCFC und HFKW in Kühlschränken, Auto-Klimaanlagen und Wärmepumpen. Seine einzige Einschränkung: Es ist brennbar, was ein paar einfache Handhabungsregeln erfordert. Diese Seite erklärt, was HC sind, wo sie eingesetzt werden, was sie bringen und was die Vorschriften sagen.

Definition: Was ist ein Kohlenwasserstoff?

In der Chemie ist ein Kohlenwasserstoff ein Molekül, das nur aus Kohlenstoff- (C) und Wasserstoffatomen (H) besteht. Methan (CH₄), Propan (C₃H₈) oder Butan (C₄H₁₀) sind die bekanntesten; sie stammen aus Erdgas und Erdöl. In der Kältetechnik bezeichnet die Abkürzung HC diese Familie von Kältemitteln, im Gegensatz zu den fluorierten: CFC/FCKW (Chlorfluorkohlenwasserstoffe wie R12), HCFC/H-FCKW (wie R22), HFC/HFKW (wie R134a) und HFO (wie R1234yf). Die wichtigsten Kohlenwasserstoff-Kältemittel tragen wie alle Kältemittel eine „R“-Nummer:

BezeichnungNameFormelHauptanwendung
R290PropanC₃H₈Wärmepumpen, stationäre Klimaanlagen, Gewerbekälte; ersetzt R22 und R404A
R600aIsobutanC₄H₁₀Haushaltskühl- und Gefriergeräte (nahezu alle Neugeräte in Europa)
R1270PropylenC₃H₆Industriekälte
R170EthanC₂H₆Sehr tiefe Temperaturen
Gemische 12a / 22aPropan + IsobutanDirekter Ersatz für R12, R134a (12a) oder R22 (22a) in bestehenden Anlagen: Duracool, Multicool, Climapure

Das Gemisch 12a zum Beispiel ist so dosiert, dass es Drücke und Verdampfungstemperaturen von R134a nachbildet: Deshalb lässt es sich in einer Auto-Klimaanlage ohne Wechsel von Kompressor oder Öl einsetzen. Unser Duracool-12a-Leitfaden beschreibt diesen Anwendungsfall im Detail.

Warum Kohlenwasserstoffe die fluorierten Gase ersetzen

KriteriumHC (R290, R600a, 12a)HFKW (R134a, R404A, R410A)FCKW / H-FCKW (R12, R22)
Ozonschicht (ODP)00R12: 1 · R22: 0,055 — verboten
Treibhauseffekt (GWP, 100 Jahre)≈ 3R134a 1.430 · R410A 2.088 · R404A 3.922R12 10.900 · R22 1.810
ToxizitätUngiftig (Klasse A)UngiftigUngiftig
BrennbarkeitBrennbar (A3)Nein (A1); R32 und HFO: schwer entflammbar (A2L)Nein (A1)
BetriebsdruckNiedriger als das ersetzte MittelReferenzReferenz
Füllmenge für dieselbe Anlage≈ 40 % der HFKW-Masse100 %100 %
Rechtlicher Status (EU)Außerhalb F-Gas, keine QuotenSinkende Quoten, stufenweise VerboteVerboten (Herstellung und Verwendung)

Konkret läuft eine mit HC befüllte Anlage mit niedrigerem Verdichtungsdruck: Der Kompressor arbeitet weniger, verbraucht weniger und verschleißt weniger. Der Hersteller Duracool nennt Energieeinsparungen in der Größenordnung von 10 bis 30 % je nach Anlage; unsere Kunden aus der Gewerbekälte sehen das vor allem bei alten, umgerüsteten R22-Anlagen. Und weil ein HC weder HFKW noch H-FCKW ist, unterliegt er weder den Quoten der F-Gas-Verordnung noch dem Sachkundenachweis, der für den Kauf fluorierter Kältemittel nötig ist.

Wo Kohlenwasserstoffe heute eingesetzt werden

  • Haushaltskühl- und Gefriergeräte: R600a steckt seit den 2000er-Jahren in nahezu jedem in Europa verkauften Neugerät — sehr wahrscheinlich haben Sie einen Kohlenwasserstoff in Ihrer Küche.
  • Auto-Klimaanlagen: 12a ersetzt R12 in Oldtimern und R134a in Fahrzeugen von 1994 bis 2017; 12a-yf ersetzt R1234yf in neueren Fahrzeugen. Siehe die Ersatzgase für R12 / R134a / 1234yf.
  • Stationäre Klimaanlagen und Wärmepumpen: R290 ist zum Referenzkältemittel neuer Wärmepumpen geworden; 22a ersetzt R22 in älteren Anlagen. Siehe die Ersatzmittel für R22, R502, R407C und R404A und für R410A und R32.
  • Gewerbekälte: Kühlvitrinen, Kühlräume, Getränkekühler (R290, R1270). Siehe die Greenfreeze-Kältemittel.
  • Wohnmobile, Boote, Kühlaggregate: gleiche Mittel, gleiche Vorteile.

Brennbarkeit: Was man wirklich wissen muss

Kohlenwasserstoffe sind als A3 eingestuft: ungiftig, aber brennbar. Ein HC brennt nur, wenn seine Konzentration in der Luft in einem engen Fenster liegt — bei Propan etwa 2 % bis 10 % Volumenanteil — und eine Zündquelle vorhanden ist. Darunter ist das Gemisch zu mager, darüber zu fett. Die Füllmenge einer Haushalts- oder Fahrzeuganlage (einige Dutzend bis einige Hundert Gramm) ist zu klein, um diese Konzentration in einem belüfteten Raum zu erreichen — deshalb lassen die Normen R600a in jedem Küchenkühlschrank zu.

Die praktischen Regeln, die sich daraus ergeben:

  • Nachfüllen und Arbeiten in einem belüfteten Raum oder im Freien, nie in einer geschlossenen Garage.
  • Keine Flamme, Zigarette, Trennscheibe oder Funken in der Nähe während der Arbeit; das Gas ist schwerer als Luft und sammelt sich am Boden.
  • Lecksuche mit elektronischem Kohlenwasserstoff-Lecksucher, Seifenwasser oder UV-Kontrastmittel — nie mit einer Flamme.
  • Anlage nach der Umrüstung kennzeichnen („mit Kohlenwasserstoff befüllt“), um den nächsten Techniker zu warnen.
  • Dosen und Flaschen unter 50 °C und vor Sonne geschützt lagern.

Gewerbliche Anlagen unterliegen den Normen EN 378, ISO 5149, IEC 60335-2-40 (Klimatechnik) und IEC 60335-2-89 (Gewerbekälte), die die zulässigen Höchstfüllmengen je nach Raumvolumen und Aufstellort festlegen.

Was die Vorschriften sagen

Die EU-F-Gas-Verordnung 2024/573, in Kraft seit März 2024, erfasst nur fluorierte Gase: Sie senkt die HFKW-Quoten Jahr für Jahr, verbietet Neugeräte stufenweise nach GWP und sieht den vollständigen Ausstieg aus HFKW bis 2050 vor. Kohlenwasserstoffe liegen außerhalb ihres Geltungsbereichs — keine Quoten, keine Verkaufsbeschränkungen. Die nationalen Regeln dazu, wer Kältemittel handhaben darf, sind unterschiedlich: In Frankreich etwa gilt der für den Kauf fluorierter Kältemittel nötige Sachkundenachweis nicht für Kohlenwasserstoffe, weshalb eine Privatperson ihre Auto-Klimaanlage selbst mit 12a nachfüllen darf, während Fachbetriebe ab 2027 eine Zertifizierung benötigen, die Kohlenwasserstoffe einschließt. Prüfen Sie die Regeln Ihres Landes, bevor Sie an Anlagen Dritter arbeiten. Zum Gesamtbild siehe die F-Gas-Verordnung 2024 und ihre Folgen.

Die Kohlenwasserstoff-Kältemittel, die wir vertreiben

ProduktErsetztGebinde
Duracool 12aR12, R134a170-g-Dose, Flaschen 5,4 und 9 kg
Duracool 12a-yfR1234yfDose
Duracool 22aR22, R502, R407C, R404AFlasche
Ersatz für R410A / R32R410A, R32Flasche
Multicool 12a und Climapure 12aR12, R134aDosen 160 bis 420 g

Alle sind Gemische gereinigter Kohlenwasserstoffe, frei von Chlor und Fluor. Welches und wie viel: der Duracool-12a-Leitfaden. Zum Nachfüllen einer Auto-Klimaanlage: die Schritt-für-Schritt-Anleitung. Wir versenden europaweit.

Häufige Fragen

Ist HC-Gas Feuerzeuggas?

Chemisch ja: Propan und Isobutan in Kältemitteln sind dieselben Moleküle wie in Feuerzeugen und Campingkartuschen, aber in weit höherem Reinheitsgrad (ohne Feuchtigkeit und Schwefel) und so dosiert, dass sie das Verhalten des ersetzten Mittels nachbilden. Feuerzeuggas ist als Kältemittel nicht geeignet.

Schädigt ein Kohlenwasserstoff Kompressor oder Dichtungen?

Nein: HC sind mit Mineral-, Alkylbenzol- und PAG/POE-Ölen sowie mit gängigen Elastomeren verträglich. Das ist gerade einer ihrer Vorteile bei Umrüstungen: kein Öl- oder Dichtungswechsel.

Kann man einen HC mit dem Originalgas mischen?

Zwei verschiedene Kältemittel dürfen nie in einem Kreislauf gemischt werden. Bei einer Umrüstung wird das alte Mittel abgesaugt (oder die Anlage bei einem Leck leerlaufen gelassen), nach Möglichkeit evakuiert und dann die berechnete HC-Menge eingefüllt — etwa 40 % der ursprünglichen Füllmenge.

HC, HFKW, HFO: der Unterschied in einem Satz?

HC = Kohlenstoff + Wasserstoff, natürlich, brennbar, GWP ≈ 3. HFKW = fluoriert, nicht brennbar, GWP 1.000 bis 4.000, wird auslaufen. HFO = fluoriert der neuen Generation (R1234yf), niedriges GWP, aber schwer entflammbar und teuer. Der vollständige Vergleich der Kältemittelfamilien geht auf alles ein.

Wo kann man ein Kohlenwasserstoff-Kältemittel kaufen?

Bei Multitanks, Duracool-Händler seit 2010: Dosen und Flaschen ab Lager, Versand in 24 bis 48 Stunden, mit den nötigen Schläuchen und Anschlüssen.